Nach gefühlt 96 Monaten, seit dem ich den Trailer zum ersten mal im Kino gesehen habe, gibt es zum ersten mal einen Termin für den Start von 96 Hours: Der 19. Februar.
Auch wenn Jan und ich von dem Trailer schon ordentlich angenervt sind (der läuft seit mindestens 3 oder 4 Monaten schon im Vorschauprogramm), freue zumindest ich mich auf den Film. Der Inhalt des Films wird aus dem Trailer nicht sehr deutlich, aber die Film-Beschreibung bei YouTube gibt mehr Aufschluss (ja, wir nutzen jede Quelle für unsere Recherchen …):
Bryan Mills (Liam Neeson), ehemaliger Topagent der Regierung, hat sich nach Los Angeles zurückgezogen, um in der Nähe seiner Ex-Frau Lenore (Famke Janssen) und ihrer gemeinsamen Tochter Kim (Maggie Grace) zu wohnen. Vergeblich bemüht er sich um Kontakt zu der verwöhnten Siebzehnjährigen, die in einer Welt des Luxus lebt, seit Lenore einen reichen Geschäftsmann geheiratet hat.
Unter dem Druck von Leonore stimmt Bryan einer Europareise seiner Tochter zu. Kim fliegt mit ihrer Schulfreundin Amanda nach Paris, wo die beiden Teenager kurz nach ihrer Ankunft in die Fänge von Menschenhändlern gelangen, die systematisch die Aufenthaltsorte junger Touristinnen sondieren.
Bryan muss das brutale Kidnapping am Telefon hilflos mit anhören. Ihm bleiben nur 96 Stunden, seine Tochter aus den Fängen der international operierenden Schlepperorganisation zu befreien, bevor sie für immer verschwindet …
Klingt nach einem typischen Entführung-Rettungs/Rache-Klopfer und der Trailer lässt auf gute, nicht ganz hirnlose Action hoffen.
Geschrieben von Arne am 13. Februar 2009 um 18:09 Uhr.
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Da ja in letzter Zeit gemutmaßt worden ist, dass Arne ja weiblich sei muss ich natürlich mithalten. Ja ich weiß, das ist ein für mich vielleicht komischer Film, aber den will ich mir auch angucken…
Für alle Trekies da draußen: Der elfte Star Trek-Film mit dem Titel Star Trek kommt und rollt die Geschichte anscheind von ganz weit vorne auf. Wir sehen klein Kirk, mit der Stimme eines 6 jährigen, wie er Papas Roadster ein Tagebau-Bergwerk hinabsegeln lässt und wie er so langsam zum Captain wird. Der Film soll am 7. Mai in Australien und Neuseeland anlaufen, am 8. Mai in den USA.
Der zweite Trailer sieht gut aus und die offizielle Webseite ebenfalls (auch wenn ich keine reinen Flash-Webseiten mag). Und das sag ich als absoluter Nicht-Trekie …
Geschrieben von Arne am 10. Februar 2009 um 16:18 Uhr.
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Man munkelt Christopher Nolan, David Goyer und Jonathan Nolan (die auch das Drehbuch zu The Dark Knight verfasst haben) säßen bereits am Drehbuch zum dritten Batman-Film. Aber nichts genaues weiß man (noch) nicht, denn Produzent Charles Roven hält sich gegenüber IESB.net, dem die Gerüchte über das neue Drehbuch zugespielt wurden, bedeckt:
IESB: Uns wurde zugetragen, dass Jonathan, Chris und David am neuen Batman-Drehbuch arbeiten. Wissen Sie in welche Richtung es gehen wird oder warten Sie ab, bis sie etwas vollständigeres geschrieben haben, bevor Sie eingeweiht werden?
Roven: Chris ist im Moment der Kreative-Kopf. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Wenn er denkt, dass er etwas gutes zum darüber reden hat, dann wird er darüber reden können.
IESB: Ich weiß, dass Sie uns nicht sagen können, wer der oder die Bösewichte sein werden, aber Sie wissen es?
Roven:(Breit grinsend und lachend) Ich will gerade wirklich nicht über dieses Projekt reden.
IESB hat sich zudem, nach eigenen Angaben, die Arbeiten am Drehbuch aus einer weiteren Quelle bestätigen lassen.
Wenn dem wirklich so ist: Wir freuen uns drauf!
Ein schwieriger Film, der in eine schwierige Materie eintaucht. Ein Film, der sicherlich nicht die Erwartungen erfüllt, die man an Robert de Niro und Al Pacino, nach vielen Action-Thrillern im Gangster-Metier, stellt. Aber ein Film, der dies genau nicht ist: ein Action-Thriller. Natürlich kommt in dem Film auch Action vor, aber dieser Film ist vor allem eines: ein Thriller mit Drama. Und als solcher funktioniert er, mal abgesehen von der im Endeffekt doch etwas dünnen Geschichte, sehr gut und diese ist, meiner Meinung nach, hervorragend erzählt und umgesetzt.
»Kurzer Prozess« (Righteous Kill) erzählt die Geschichte von zwei alt-gewordenen Cops aus New York, die langsam aber stetig dem Ende ihrer Karriere entgegen gehen, dies aber noch nicht wirklich wahrhaben wollen. Sie machen ihren Job gut, sind Partner fürs Leben und verkörpern das »Guter Bulle, böser Bulle«-Bild wie es lange nicht mehr zu sehen war. Zwei Badass-Cops wie sie im Buch stehen. Aber alles meist noch im Rahmen des Gesetztes, bis sie eines Tages miterleben müssen, wie ein Kindermörder wegen nicht ausreichender Beweislast auf freien Fuß gesetzt wird. An diesem Punkt platzt dem Cop Turk (Robert de Niro) der Kragen und er beschließt zusammen mit seinem Partner Rooster (Al Pacino) die Beweislast zurecht zu drehen und die Gerechtigkeit siegen zu lassen: Dank einer, dem Kindermörder untergeschobenen Waffe, bringen sie ihn dennoch ins Gefängnis. Und an diesem Punkt verändert sich die Beziehung der beiden Partner nachhaltig …
Einige Zeit nach dieser Tat der beiden Cops beginnt ein Serienmörder Selbstjustiz auszuüben und tötet Zuhälter, Dealer und Kinderschänder, an die das Gesetz so nicht herankommt. Und der Verdacht fällt alsbald in die eigenen Reihen, auf den unbequemen Detective Turk.
Der Film zeigt keinen eiskalten de Niro, der berechnend seine Coups plant. Der Film zeigt auch keinen aalglatten Pacino, der als großer Gangsterboss Karriere macht. Der Film zeigt zwei alte Cops am Ende ihrer Karriere, kurz vor der Pensionierung: Alt, ausgebrannt, mit einem Leben, das nur auf den harten Job fixiert ist, ohne wirkliche Hobbys oder Familie. Und so stehen Robert de Niro und Al Pacino auch vor einem auf der Leinwand: Zwei alte Männer, jenseits der 60 (die ja beide mittlerweile weit überschritten haben!), vom Leben und der Arbeit gezeichnet, gebrochen und ein bisschen Fett geworden. Also das genaue Gegenteil vom Archetyp des dynamischen, fitten Profi-Gangsters vom Format eines Neil McCauly (Heat) oder Tony Montana (Scarface).
Aber das ist eigentlich auch nicht wirklich schlimm, denn das beide, Al Pacino und Rober de Niro, mehr drauf haben als gerissene Gangster zu verkörpern, haben beide oft genug bewiesen. In »Kurzer Prozess« spielen beide Cops, die ihre besten Jahre hinter sich haben, aber sich lange noch nicht in die Pension abschieben lassen wollen. Und das bringen beide, meines Erachtens, auch sehr gut ‘rüber: Sie spielen die Rollen von Männern in ihrem Alter, die vom Leben gezeichnet sind und einige grobe Ecken und Kanten aus vielen Jahren in einem rauen Job haben.
Spoiler! Achtung, folgender Absatz wird einem das Filmvergnügen vollkommen versauen!
Selten, wirklich selten, habe ich einen so gut inszenierten Krimi gesehen: Der Verdacht, dass Detective Turk der Serienmörder ist, wird perfide gelegt und gepflegt. Er verhält sich so, wie man es von einem Mann erwarten würde, der Angst hat erwischt zu werden. Bis kurz vor Schluss wird dem Zuschauer weiß gemacht, er wüsste wer der Mörder ist. Die Indizien sind klar und alles deutet, mit dem vermeintlichen Geständnis von Turk zu Beginn des Filmes, darauf hin, dass nur einer der Täter sein kann: Detective Turk. Aber all das täuscht fast den gesamten Film über den wahren Täter hinweg, dessen Offenbarung mich hat Baff aus dem Kino-Sessel gucken lassen: Sein Partner Rooster, der den ganzen Film über eher den Eindruckt erweckte, als wolle er Turk mit seinen Taten decken, ist der Serienmörder.
Rückblickend betrachtet allerdings wird klar, dass Turks nervöses Verhalten auf seinen unruhigen, impulsiven Charakter zurückzuführen sind und nicht darauf, dass er nach Feierabend Morde begeht. Und rückblickend wird ebenfalls klar, dass Detective Turk wirklich keine Ahnung hatte, wer der Mörder ist und die Ermittlungen nicht absichtlich in die Falsche Richtung gelenkt hat, sondern einfach, weil er es in dem Moment für eine mögliche Spur hielt.
Auch wenn der Aufhänger der Geschichte »Polizist tötet Verbrecher, weil er sie mit dem Gesetz nicht kriegen kann« sicherlich nicht der neuste ist, so finde ich die Umsetzung, aufgrund dieser überraschenden Wendung und der wirklich perfide gelegten falschen Fährte für die Zuschauer, dennoch grandios. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen war das Ende und der wahre Täter nicht absehbar! Und das dies so konsequent umgesetzt wurde ist definitiv ein großes Plus für diesen Film. Natürlich ist diese Wendung beim zweiten mal gucken (oder nach dem lesen dieses Spoilers) nicht mehr ganz so dramatisch, aber beim ersten mal ist sie eine riesen Bombe die Platzt. Spoiler-Ende!
Wer mit der Erwartung eines Gangster-Thrillers à la »Heat« ins Kino geht wird ganz klar enttäuscht! Denn das ist dieser Film nämlich genau nicht! Und wer ihn daran misst, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Aber wer sich auf die gut erzählte, wenn auch etwas maue Geschichte und die gut ausgearbeiteten Charaktere einlässt und den Film als das nimmt, was er ist (nämlich ein »Krimi-Thriller«-Drama-Mix), der kann auch viel Freude an dem Film haben und mit einer interessanten Geschichte über Gerechtigkeit und Selbstjustiz rechnen.
Mein Fazit, nach einigem grübeln und erörtern meiner Gedanken: 7 von 10 Sternen.
Geschrieben von Arne am 4. Januar 2009 um 7:45 Uhr.
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Jan hat den neuen Film mit Robert de Niro und Al Pacino (»Kurzer Prozess«) schon angekündigt und ich bin genauso heiß auf den Film wie er. Das aktuelle Cinemaxx-Magazin schmückt sogar großflächig, mit einer stilisierten Szene aus dem Film, ihr Titelblatt damit. Allerdings hinkt es bei dem Vorstellungstext zu »Kurzer Prozess« gewaltig.
Der Autor vergleich »Kurzer Prozess« immer wieder mit dem wirklich guten Film »Heat« aus dem Jahre 1995, in dem ebenfalls Robert de Niro und Al Pacino mitspielen. Aber als Kontrahenten! Und man bekommt den Eindruckt, dass der Autor entweder »Heat« noch nie gesehen, oder – noch schlimmer – nicht verstanden hat!
Im Auszug zum »Kurzer Prozess«-Artikel heißt es:
Nach Michael Manns »Heat« gehen die Hollywood-Ikonen Al Pacino und Robert de Niro als altgediente Cops endlich wieder gemeinsam auf Verbrecherjagd
(Fette Hervorhebung von mir.)
Wenn er sich mit dieser Aussage wirklich auf »Heat« bezieht – was meiner Meinung nach Eindeutig gegeben ist – dann ist es einfach nur Falsch: In »Heat« war De Niro der Verbrecher und Pacino der Cop und als solcher hat er De Niro auch erbarmungslos gejagt. Nicht Beide zusammen einen anderen …
Unter der Regie des Genre-Experten Jon Avnet […] machen die beiden Oskar-Preisträger […] da weiter, wo sie einst in Michael Manns Meisterwerk »Heat« aufgehört haben.
Äh … De Niro wurde von Pacino am Ende von »Heat« erschossen und Pacino hat ihm, aus großem Respekt und einer freundschaftlichen Geste, die Hand gehalten, bis er gestorben ist.
Ob »Kurzes Prozess« ein zweites »Heat« ist, weiß ich noch nicht (ich hoffe nicht, denn ich will keine Fortsetzung zu »Heat«, denn es ist – und da hat der Autor recht – ein Meisterwerk; eines, dass man nicht mit einer läppischen Fortsetzung verwässern sollte). Fakt ist jedenfalls, nur weil Robert De Niro und Al Pacino wieder zusammen in einem Film zu sehen sind, in einem Genre in dem beide viele gute Filme gedreht haben, muss es nicht gleich eine neuer bzw. ein weiterer »Heat« sein!
Und wenn man »Heat« anscheinend nur vom flüchtigen Überfliegen des DVD-Covers kennt, also quasi keine Ahnung hat, dann sollte man einfach mal …
Geschrieben von Arne am 31. Dezember 2008 um 0:08 Uhr.
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Roy Waller (gespielt von Nicolas Cage) und sein Partner Frank Mercer (gespielt von Sam Rockwell) sind Trickbetrüger der Spitzenklasse. Sie verdienen ihr Geld damit meist wohlhabenden Personen wertlose Dinge zu verkaufen, wie zum Beispiel ein Wasserreinigungssystem für über 300Dollar was hier ihn Wirklichkeit nur knapp 50Dollar wert ist. Roy, der hier der anscheinend Geniale Kopf ist, leidet unter verschiedenen Zwangsstörungen - wie z.B. einem Putzzwang - und scheint sehr Vereinsamt zu sein.
Während eines anscheinend ganz normalen Tages stößt Roy versehentlich seine Tablettendose um, die Mittel gegen seine Zwangssörungen enthält. Aufgrund dessen wird er von seinem Freund Frank zu einem neuen Psychiater verwiesen. Dieser setzt bei ihm eine neue Therapie sowie neue Medikamente an. Dies bringt ihn dazu mit seiner Vergangenheit aufzuräumen. Da er sich aber selber nicht Traut bei seiner Ex-Frau anzurufen, bittet er seinen Phychater darum. Dieser kümmert sich üm diese Angelegenheit und findet heraus, dass Roy eine Tochter -Angela (gespielt von Alison Lohman)- hat die ihn gerne kennenlernen möchte - seine Ex-Frau möchte ihn jedoch unter keinen Umständen sehen bzw. sprechen. Roy trifft sich also mit seiner Tochter was ihm ziemlich gut zu bekommen scheint. Ein paar Tage später steht seine Tochter vor seiner Tür und möchte für ein paar Tage bei ihm Wohnen da sie sich angeblich mit ihrer Mutter verkracht hat. Roy lässt sie nur wiederwillig bei sich ‘einziehen’. Durch seine neue Tochter wird sein bisheriges Leben vollkommen auf den Kopf gestellt was ihm allerdings zugute kommt da er nicht mehr so stark unter Zwangsstörungen leidet. Durch die nun immer besser werdene Beziehung bringt ihn seine Tochter dazu sie in die Geheimnisse der Trickbetrügerei einzuweihen. Mit ihrer Hilfe gelingt Roy und Frank ein ziemlich großer Coup. Jedoch taucht kurz darauf der Betrogene bei Roy zuhause auf und die Situation eskaliert. Der Betrogene wird von Angela erschossen, worauf Roy Frank drängt mit ihr in einen anderen Bundesstaat zu fliehen. Kurz darauf wird er aber von dem Erschossenen bewusstlos geschlagen. Nach einiger Zeit erwacht er dann in einem Krankenhaus wo er von zwei Männern in Polizeiuniform verhört wird. Diesen jedoch sagt er nichts und besteht darauf mit seinem Psychiater sprechen zu dürfen. Diesem Teilt er nun seine Geheimnummer für sein Bankschließfach mit, damit dieser Alison ermöglicht auf sein Geld zureifen zu können. Als Roy dann das nächste mal aufwacht steht die Tür zu seinem Zimmer offen - als er dann aus seinem Zimmer hin austritt muss er Feststellen, dass das angebliche Krankenhauszimmer nur eine Fassade ist. Jetzt findet er schnell heraus, dass er um sein ganzes angespartes vermögen gebracht worden ist. Der angebliche Coup, der Psychiater und sogar Angela - seine angebliche Tochter - sind alles Mittel zu dem einzigen Zweck gewesen ihn Auszurauben. Und zwar von seinem Partner Frank.
An dieser Stelle springt der Film ein Jahr und man sieht Roy als Teppichverkäufer arbeiten. Hier taucht nur zufällig die Frau (nein sie ist nicht 14 und heißt auch nicht Alison) auf auf die in der Geschichte seine falsche Tochter gemimt hat. Die Geschichte endet hier mit einer art Versöhnung, da diese ihm anscheinend ans Herz gewachsen ist.
-> Meiner Meinung nach ein äußerst lohnenswerter Film, der teilweise Wendungen aufweist die man so nicht erwarten würde - grade zum Ende hin… Leider sind allerdings einige Stellen äußerst langwierig ausgeführt was dann relativ schnell Langweilig erscheinen kann. <- Schaut ihn euch an.
7 von 10 Sternen …würde ich sagen…
Geschrieben von Jan am 29. Dezember 2008 um 23:13 Uhr.
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… aber auch nur gerade noch, weil es eine so gute Überschrift ergibt. Und weil der Soundtrack recht cineastisch klang – wenn man über »New Kids On The Block« und der starke Anlehnung des Soundtracks, an den von einem erfolgreichen Fledermausmann-Film dieses Jahres, absieht.
Ich ging ohne Erwartung in diesen Film und ich wurde enttäuscht. Ich wusste, dass der Film nichts (großes) werden würde und dass es mehr ein seichter Fernsehfilm für die ProSieben-Primetime in einer schwachen Sende-Periode wird. Ich war trotzdem drin, aber eigentlich mehr, um mit meinen Freunden mal wieder etwas gemeinsam zu machen. Eigentlich habe ich von Til Schweiger-Filmen seit seinem Regie-Debüt »Der Eisbär« relativ viel gehalten. Barfuß, den ich leider noch nicht gesehen habe, soll ziemlich gut sein. Keinohrhase hat mich auch irgendwie begeistert, aber 1 ½ Ritter ist leider eine volle Enttäuschung. Selbst für Til Schweiger.
Der Film setzt größtenteils auf Witze und Gags aus anderen großen Filmen wie »Helden in Strumpfhosen« oder »Die Ritter der Kokosnuss«, ohne dabei eigene Ideen und Elemente unterzubringen. Der Film ist keine wirkliche Satire wie die Filme von Melbrooks oder Monty Phyton, er ist auch keine authentische Inszenierung. Er ist meiner Meinung nach auch keine wirkliche Komödie, denn das wäre eine Diffamierung aller guten Komödien. Der Film ist eigentlich nur eine sanft vor sich hin fließende Anreihung von absehbaren Gags, und wie der Film ausgeht ist im Grunde schon vor Filmbeginn klar oder aller, aller spätestens nach der ersten großen Szene bei dessen Ende die hinreißende Herzelinde dem tapferen Ritter Lanze, der natürlich ihr unterstellter persönlicher Wachmann ist, einen schmachtvollen Blick zu wirft.
Schade ist, dass der Film sein Universum – das Mittelalter-Setting – nicht ernst nimmt und die damit gegebenen Möglichkeiten nicht ausschöpft. Sicherlich war dies bei anderen Filmen, wie etwa »Helden in Strumpfhosen«, auch nicht besser, aber sie sind wenigstens mehr auf ihr Universum eingegangen und haben nicht versucht alles krampfhaft aus dem Mittelalter ins Lächerliche zu ziehen und immer neuzeitliche Elemente einzubringen. Was ich meine spiegelt die Szene beim Abendessen nach den Ritterspielen sehr gut wieder: Ein Diener lehnt sich zum König und flüstert (natürlich kann es die ganze Abendgesellschaft bei Tische hören): »Die Prinzessin ist unpässlich«. »Unpässlich?«, fragt der König halblaut darauf und es tritt eine betretende Stille ein, »Unpässlich, was für ein lächerlich altmodisches Wort, nicht?«. So der klägliche Rettungsversuch des Königs.
Die mauen Witzeleien ziehen sich so durch den Film, einzelne kleine Lichtblicke gibt (à la: »In Zukunft könnte dieses Land sogar von einer Frau regiert werden, die die selbe dämliche Frisur hat, wie du Lanze.«), aber im großen und ganzen leben die Lacher von den komisch anmutenden Kampfszenen die mit allerlei übertriebenen Quietsch- und Schlaglauten untermalt sind. Und das ist wirklich traurig. Es ist traurig, wenn die größten Pointen eines Films darin liegen, wie jemand ein paar auf die Mütze bekommt.
Zudem hingt es ab und an sehr bei der Logik des Films und man wundert sich zwischen durch doch sehr, dass der Film noch nicht vorbei ist und er satte 115 Minuten läuft! Nach der sich recht langsam aufbauenden Geschichte werden gegen Ende die Ereignisse so schnell abgespult, dass es zu ein paar großen, logischen Lücken kommt: Beispielsweise nachdem sich die beiden Helden lange durch die Welt gekämpft haben um den ominösen Schwarzen Ritter zu finden, werden sie, nach der Rückkehr ihrer erfolglosen Reise, darauf hingewiesen, den Schwarzen Ritter doch vielleicht über den Schmied seiner Rüstung ausfindig zu machen. Und siehe da, Ruck-Zuck, kein Problem, in der nächsten Szene kommen die beiden Protagonisten in eine Schmiede-Werkstatt rein und der Schmied liegt ermeuchelt, zusammen mit einem anderen Bösewicht, tot am Boden. Somit ist die Sachlage klar: Das war der Schmied des Schwarzen Ritters. Also … warum nicht gleich so, wenn es doch so einfach war, den Schmied zu finden?!
Die Besetzung des Films ist sicherlich für einen deutschen Film top, auch wenn viele zu sehen sind die ihre Nase in jede sich bietende Filmkamera halten: Til Schweiger, einer der bis dato Vorzeige- und auch Charakterschauspieler aus Deutschland; Rick Kavanian, der Anscheint mittlerweile in keiner deutschen Komödie mehr fehlen darf (Ächtz!); Dieter Hallervorden, in einer kleinen Szene als Pferdeverkäufer zu Gast und für mich persönlich ein großer Komiker meiner Kindheit und in diesem Film sicherlich mit seiner unverfälschten Art ein Lichtblick; Thomas Gottschalk, als der alleinerziehender König, der mit seiner post-pubertären, aufständischen Tochter und mit ungehorsamen Personal zu kämpfen hat, der als König eine ganz gute Figur macht, aber trotzdem leider absolut austauschbar ist.
Und Roberto Blanko taucht auch mal wieder in einer Komödie dieser Klasse auf und muss mal wieder für einen mauen Farbigen-Witz herhalten. Traurig!
1 ½ Ritter, ein Film der Auszog um ein deutsches Pendant zu »Helden in Strumpfhosen« zu werden, schon am Anfang kläglich scheitert und als bessere Mittwoch-Abend ProSieben- oder Sat1-Produktion endet. Warum dieser Film nicht schon auf dem Weg der Entstehung vom grausamen Drachen der Unterfinanzierung gefressen wurde ist mir ein Rätsel. Guckt ihn euch nicht an. Wartet lieber bis er in einem guten Jahr bei den Privatsendern ‘rauf und ‘runter genudelt wird. Denn dafür wurde er gemacht. Leider.
Geschrieben von Arne am 29. Dezember 2008 um 21:43 Uhr.
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Ich finde so spricht der Trailer schon für sich und dann auch noch Robert de Niro und Al Pachino in einem Film auf der gleichen Seite??? Allein die beiden mal wiederzusehen find ich ja schon toll!
ICH WILL DA REIN!!!
Geschrieben von Jan am 29. Dezember 2008 um 20:54 Uhr.
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